Farbenprächtiger Herbst

Bericht & Bilder: Raphael Zurfluh

 

Trotz stahlblauem Himmel und Sonnenschein pur ist es doch schon recht kühl, der Herbst ist deutlich spürbar. Das Saisonfinale steht vor der Tür und ich freue mich auf ein paar letzte Würfe und vielleicht den einen oder anderen Fisch.

 

Am See angekommen zeigen sich die Fische von der aktiven Seite, im Sekundentakt entsteht irgendwo ein Ring an der Wasseroberfläche. Im montiere ein kleine CDC-Fliege, welche dann auch sofort auf Anklang stösst. Die Fischerei ist sehr kurzweilig, denn die Saiblinge und Forellen sind wider erwarten überhaupt nicht wählerisch.

Die Bachsaiblinge sind sensationell schön gefärbt und die dicken Bäuche der Weibchen lassen die bevorstehende Laichzeit erahnen. Alle Fische werden behutsam released.

 

Am Nachmittag beende ich die Saison zeitig. Die warmen Sonnenstrahlen lassen die ohnehin schon farbenprächtige Natur richtig leuchten, welch ein schöner Anblick!

Neuschnee im Sommer

Bericht & Bilder: Raphael Zurfluh

 

Ich traue meinen Augen kaum, als ich die Anzeige im Auto sehe: Zwar zeigt diese den 16. Juli 2016, gleichzeitig aber auch -4°C. Ein Blick über das Armaturenbrett zeigt wieso, denn über Nacht hat es gut und gerne 5-10cm Neuschnee gegeben.

 

Unbeeindruckt laufen wir los in Richtung Bergsee. Die letzten Nebelschwaden ziehen davon und uns präsentiert sich ein Panorama der Sonderklasse: Verschneite Berggipfel, Sonnenschein und blauer Himmel.

 

Am Bergsee angekommen hält sich die Fischaktivität an der Wasseroberfläche noch in Grenzen, mit der Nymphe können aber doch einige Fische überlistet werden. Kurz vor dem Mittag, mittlerweile ist es doch angenehm warm und der Neuschnee macht sich bereits wieder rar, machen wir die ersten Ringe aus. Der Nachmittag wird sehr abwechslungsreich und spannend, zumal die Fische aufgrund der spiegelglatten Wasseroberfläche doch sehr wählerisch sind. Dennoch gelingt es wiederholt, ein paar Exemplare an die 35cm mit der Trockenfliege zu überlisten.

 

Ein durchwegs gelungener Fischertag mit gefühlten 3 Jahreszeiten.

Abschalten und Fliegenfischen!

Text & Bilder: Raphael Zurfluh

 

Anfang Juli 2016 ist es endlich soweit! Die Wasserstände haben sich normalisiert und der Wetterbericht sagt gutes Wetter voraus. Unserem mehrtägigen Fischertrip steht also nichts mehr im Weg.

Mit Sack und Pack für gefühlte zwei Wochen Ferien geht es los Richtung Basecamp, wo wir uns gemütlich einrichten. Bereits auf der Anfahrt schmieden wir Pläne und legen uns das Programm für die nächsten Tage zurecht.

Einer von Millionen
Einer von Millionen

Noch am gleichen Nachmittag fahren wir an einen Bach, den wir regelmässig befischen und in dem wir in Vergangenheit immer wieder tolle Fische fangen konnten. Am Ausgangspunkt angekommen zeigen sich perfekte Bedingungen: Die Sonne scheint und es weht ein leichter Rückenwind. Die Insekten fliegen zu Millionen und bieten den Bachforellen im glasklaren Wasser einen reich gedeckten Tisch. Pool für Pool fischen wir bachaufwärts und es gelingen uns immer wieder tolle Fänge auf die Trockenfliege bis an die 35cm. Die Zeit vergeht wie im Flug und so ist es bald Abend.

Nach dem Nachtessen beschliessen wir die Dämmerung für einen einzigen grossen Pool auszunutzen. Wir montieren einen Streamer und so beginnt das Hoffen auf einen Grossen. Doch die Hoffnungen erfüllen sich bis zu vollständigen Dunkelheit nicht. Abgesehen von drei durchschnittlichen Bachforellen gelang uns kein Fang einer Kapitalen. Mit Fliegenbinden und Bier lassen wir den schönen Tag revuepassieren, mit einem durchaus positiven Fazit:

Am nächsten Tag entscheiden wir uns für einen Bach, der wesentlich kleiner ist als der gestrige, ihm punkto Schönheit aber nichts nachsteht. Das erstklassige Flüsschen schlängelt sich durch blühende Kuhwiesen und Sümpfe und ist kaum breiter als zwei Meter.

Dementsprechend anspruchsvoll ist die Fischerei, denn es ist ein ordentliches Mass an Präzision gefragt. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Pools mit Büschen überwachsen waren. Kommt dann noch Wind hinzu, braucht es doch einiges an Können, will man nicht jeden Ast mit einer Fliege schmücken.

Schnell gewöhnen wir uns jedoch an die Verhältnisse und es beginnt eine sehr kurzweilige Fischerei inmitten einer imposanten Bergkulisse. Die Fische, überlistet durch Landinsekten-Imitate, sind entsprechend der Grösse des Bachs deutlich kleiner als gestern. Doch auch hier gelingen uns Fänge an die 30cm. Die Fische sind makellos und teilweise atemberaubend schön gezeichnet.

 

Auch den Abend nutzen wir wieder vollständig fürs Fischen und so fangen wir Fische bis in die Dunkelheit hinein.

 

Alles in allem zwei sehr erholsame und erfolgreiche Fischertage. Wir konnten uns 100%ig der Fliegenfischerei widmen, was in den letzten (und leider vermutlich auch in den zukünftigen) Wochen viel zu selten vorkam.

Frühling bis Frühsommer 2016 - ein tristes Kapitel

Text & Bilder: Raphael Zurfluh

 

Bereits sind mehr als zwei Monate vergangen seit die Fliessgewässer wieder offen sind. Doch die Geschichte ist eigentlich schnell erzählt: Rekordverdächtige Regenmengen + 5 Typen in einer Ausbildung = wenig Fischen. Ja es war wirklich eine triste Angelegenheit. Die Regenmengen im Mai erreichten lokal 250% der Norm. Auch der Juni zeigte sich von seiner wilden Seite, denn die eine Sturm- und Gewitterwarnung jagte die Andere. Die eher tiefen Temperaturen führten dazu, dass es immer wieder unter die 2000 M.ü.M. - Grenze schneite. So blieb uns nichts anderes übrig, als brav die Schulbank zu drücken und auf bessere Zeiten zu warten.

 

Zeigte sich Petrus zwischendurch doch von der gnädigen Seite, reichte es oft nur zum fotographieren, denn die Fische waren nur selten aktiv. So bleibt uns die Erinnerung an einen nassen Frühling 2016, bei dem man während dem Lernen nicht viel verpasste.