Bis zur Quelle - Saisonbericht 2010

Bericht: Noel Schuler / Bilder: Noel Schuler NS, Fabio Sicher FS, Fabio Wyrsch FW

Am Bristensee auf 2095 m.ü.M. (NS)
Am Bristensee auf 2095 m.ü.M. (NS)

Mit vielen Erinnerungen blicken wir auf eine durchzogene Saison zurück. Drei von uns vier kamen aber leider zu wenig zum Fischen. Schule, bevorstehende Lehrabschlussprüfungen und viele weitere Gründe machten dabei oft einen Strich durch die Rechnung. Nichts desto trotz wurde jede Minute genossen, welche ins Fliegenfischen investiert werden konnte.

Erwandertes Urner Bergtal (NS)
Erwandertes Urner Bergtal (NS)
Kleiner Bach im Oberland (NS)
Kleiner Bach im Oberland (NS)

 

Aller Anfang ist schwer. Da bekanntlich der harte Winter in den Bergen auch das Leben unter Wasser bestimmt, wurde in den ersten Monaten des Jahres auf Gewässer im Unterland ausgewichen. Doch es wurde nicht nur in fliessenden Gewässern gefischt.

Maifliegenzeit in Weggis (FS)
Maifliegenzeit in Weggis (FS)

So fischten wir mit dem Bellyboat in Weggis zur Seeforellenzeit. Eine angeblich geduldige Fischerei, inmitten tausender Maifliegen. Der Fisch der tausend Würfe liess sich leider nicht blicken. Wir haben aber auch an anderen Techniken herumexperimentiert. Mit dem Streamer auf Hecht, doch auch hier noch erfolglos. Aber das Interesse besteht, und nächstes Jahr wird mit Sicherheit mehr Zeit für diese spannende Fischereitechnik aufgewendet. Passende Gewässer wie der Seelisbergersee oder der Vierwaldstättersee sind allemal vorhanden!

Hechtfischen am Vierwaldstättersee (NS)
Hechtfischen am Vierwaldstättersee (NS)
Bachsaibling aus dem Gwüest kurz vor der Landung (NS)
Bachsaibling aus dem Gwüest kurz vor der Landung (NS)

 

 

 

Der Sommer kam näher und es trieb uns immer höher hinauf. Die Strasse zum Gwüest in der Göscheneralp öffnete dieses Jahr schon relativ früh und war, wenn es an den anderen Gewässern noch nicht lief, ein passendes Ausweichgewässer. Doch auch Kilometerweites zu Fuss Gehen scheuten wir nicht, um abgelegene Bäche zu erkunden und zu befischen, auch wenn der Erfolg leider mässig ausfiel. Das Warten auf die Sommerferien hatte dann endlich ein Ende und alle schulischen Angelegenheiten konnten in die letzte Ferienwoche hinausgeschoben werden…

Schneefelder im Juli am Lolensee (FW)
Schneefelder im Juli am Lolensee (FW)
Der Weg zum Lolensee mit über 50 Kehrtwenden (NS)
Der Weg zum Lolensee mit über 50 Kehrtwenden (NS)
Wunderschöne Bachforelle bei der Landung (FS)
Wunderschöne Bachforelle bei der Landung (FS)
Die Furkareuss, immer für eine Überraschung gut (NS)
Die Furkareuss, immer für eine Überraschung gut (NS)

 

 

 

 

 

Wie im Vorjahr verbrachte ich mit Fabio eine Woche in Andermatt. Gefischt haben wir fast ausschliesslich in den Fliessgewässern, wo wir neue, vielversprechende Strecken entdeckt haben, welche Potenzial haben! Als Ausgleich zu den Bergbächen unternahmen wir einen Trip zum Lolensee. Die Schneefelder zeugten auch noch Mitte Juli vom harten Winter! Die Fische waren sehr heikel, erst mit dem Aufkommen eines rauen Bergwindes wurden die Trockenfliegen ohne Zögern von den Rainbows genommen.

Grosse Fliege - Grosser Fisch (NS)
Grosse Fliege - Grosser Fisch (NS)
Farbenprächtige Bachforelle welche die Trockenfliege nahm (NS)
Farbenprächtige Bachforelle welche die Trockenfliege nahm (NS)
Marsch zum Einlauf der Chelenenreuss in den Göscheneralpstausee (NS)
Marsch zum Einlauf der Chelenenreuss in den Göscheneralpstausee (NS)

 

 

 

 

Die Tage werden kürzer, der Herbst naht. Beim Versuch, eine Regenbogenforelle oder eine der selten gewordenen Namaycushs aus dem Göscheneralpstausee zu fangen, scheiterten wir. Doch gelang dieses Vorhaben im Gelmersee, wo wir ausschliesslich kanadische Seesaiblinge auf dunkle Streamer fangen konnten. Eine für uns nicht alltägliche Fischerei, wo wir doch sonst hauptsächlich in klaren Gewässern mit der Trockenfliege fischen. Vielleicht ist aber genau dies der Reiz, wenn aus dem Nichts ein Schlag die Schnurhand durchfährt.

Eine dicke Spinne hat es sich auf dem Rutengriff bequem gemacht (FS)
Eine dicke Spinne hat es sich auf dem Rutengriff bequem gemacht (FS)
Der Gelmersee im Berneroberland (NS)
Der Gelmersee im Berneroberland (NS)

Ebenfalls konnten wir im September endlich unseren Preis der Jungfischerolympiade, ein Wochenende auf Melchsee-Frutt, einlösen. Es waren zwei sehr gesellige Tage, aufs Fischen konzentrierten wir uns nicht allzu sehr, Fischkontakt konnten wir aber doch herstellen!

Schöne 40er Rainbow aus dem Melchsee (NS)
Schöne 40er Rainbow aus dem Melchsee (NS)
Zutrauliches junges Murmeltier (NS)
Zutrauliches junges Murmeltier (NS)
Gut genährter Bachsaibling aus dem Blauseeli (FW)
Gut genährter Bachsaibling aus dem Blauseeli (FW)
Herbstliche Stimmung auf Melchsee-Frutt (NS)
Herbstliche Stimmung auf Melchsee-Frutt (NS)

 

 

 

 

 

 

Die letzte Septemberwoche wäre dann eigentlich dafür gedacht gewesen, den in die Reuss aufsteigenden Seeforellen nachzustellen. Doch wie am Anfang erwähnt, liess dies die Ausbildung nicht zu. Ich war der einzige, der noch zwei Tage frei nehmen konnte, und an diesen wollte ich noch einmal hoch hinaus…

Bergsee! Ich knüpfte mir den Bristensee vor. Das Wetter an diesem Tag konnte einfach nicht besser sein und so machte ich mich in den frühen Morgenstunden auf den Weg. Von Bristen aus startete ich Richtung Etzlital und von da an führte der Weg extrem steil nach oben. Schweissgebadet kam ich oben an, doch wenn man diesen traumhaften in einer Mulde liegenden Bergsee von oben herab erspäht, weiss man, warum man so eine Wanderung auf sich nimmt. Nicht zu vernachlässigen: die Wegweiserangaben rechnen mit 4 Stunden Marsch ab Bristen! Die Fischerei an diesem Tag war einfach exzellent, nebst den standardmässig besetzen Regenbogenforellen konnte ich einige wunderschön herbstlich gezeichnete Namaycushs mit der Trockenfliege fangen.

Die Belohnung für einen harten Aufstieg (NS)
Die Belohnung für einen harten Aufstieg (NS)
Farbenprächtiger Namaycush aus dem Bristensee (NS)
Farbenprächtiger Namaycush aus dem Bristensee (NS)
Blick über das Urner Reusstal, im Hintergrund der Urnersee (NS)
Blick über das Urner Reusstal, im Hintergrund der Urnersee (NS)
Mystische Stimmung am Bergsee (NS)
Mystische Stimmung am Bergsee (NS)

 

 

 

 

 

Der erste Schnee. Meinen zweiten freien Tag verbrachte ich am Bergsee in der Göscheneralp. Die paar kalten Tage der letzen Woche hinterliessen hier oben Spuren: der See, umgeben von einer weissen Landschaft. Ungefähr 15 cm Schnee lagen auf den knapp 2400 m.ü.M. Ich konzentrierte mich kaum noch auf die kleinwüchsigen Bachsaiblinge, welche hier oben zu fangen sind, sondern genoss viel mehr die einzigartige, mystische Stimmung, um die Saison ausklingen zu lassen.