Fliegenfischen in den Alpen - eine Anleitung zum Erfolg

Bericht & Bilder: Noel Schuler

Unserer Sicht nach ist die Fliegenfischerei in den Alpen etwas vom spannendsten und interessantesten in jeder Ansicht. Warum eine weite Reise ins Ausland buchen wenn das Gute so nahe liegt? Bei der Fischgrösse gebe ich jedem Recht, da haben wir in unseren Gewässern noch etwas aufzuholen. Solange aber die hohen Entnahmezahlen und tiefen Schonmasse in den Bergbächen durch strikte Gesetzte nicht geregelt und nach unten, bzw. oben korrigiert werden, wird sich daran wohl leider nicht viel ändern.

 

Fakt ist aber wie gesagt, dass diese Fliegenfischerei etwas wunderschönes ist und wenn dann eine grosse Bachforelle einsteigt, man noch lange an diese denken wird! Eine kleine Anleitung und der Grundstein zum Erfolg gibt es in den nächsten Zeilen.

 

Wo?

Die Gewässer in unserem Alpenraum sind ideal für die Sichtfischerei auf

Forellen und Saiblinge. Die klaren Gebirgsbäche des Urner- und Berner

Oberlandes sind die Heimat von vielen Mikroorganismen und Insekten wie

Steinfliegen, Köcherfliegen, Eintagsfliegen usw., diese wiederum sind die

Nahrung von den Fischen, auf die wir es abgesehen haben.

 

Wann?

Der Winter im Gebirge ist hart, das Ende Schonzeit variiert je nach Kanton von März bis April. Die beste Zeit für die Fliegenfischerei fängt jedoch ca. im Juni an und endet mit dem Beginn der Schonzeit Ende September.

 

Womit?

Eine Fliegenrute der Klasse #3 oder #4 in kurzen Längen von 180cm – 240cm eignen sich prima. Mit ihr lassen sich Trickwürfe wie der Pocketcast oder Bogenwürfe optimal ausführen. Als Schnur erweist sich eine gut sichtbare Schwimmschnur, welche gut auf die Rute abgestimmt ist und sowohl für kurze, wie auch weite würfe ermöglicht als passend. Die Rolle ist sekundär, sie dient in erster Linie als Schnurspeicher und nicht als Drillmaschine.

 

Fliegen & Präsentation

Im schnellen Wasser unserer Bäche ist die Fliegenwahl meist zweitrangig. Viel wichtiger ist es, dass diese gut schwimmt und für den Fischer gut sichtbar ist, denn meist kommen die Bisse schnell und unvorhergesehen. Am wichtigsten ist jedoch die Präsentation der Fliege, sie soll möglichst lange am Fischstandpunkt verharren und so wenig wie möglich dreggen!

 

Falls das Gewässer grössere ruhige Pools aufweist, kann es aber durchaus auch sein, dass die Fische wählerisch sind, hier können auch filigranere Muster den Erfolg bringen. Ausserdem kann man in diesen Pools die Fische gut spotten und beobachten. Man kann sich also ruhig Zeit lassen und das Verhalten des Fisches studieren, um ihn dann mit einer genauen Präsentation und der richtigen Fliege zu überlisten!

 

Grundsätzlich fangen aber alle Muster, meist fischen wir jedoch Fliegen aus

Rehhaar wie Sedges oder Caddis, Humpys, Irresistibles und Stimulators.

 

Wie?

Ruhiges Verhalten an einem klaren Gebirgsbach ist sehr wichtig! Die Fische

können durch die kleinste Bewegung verscheucht werden. Man soll sich also nie zu nahe heranwagen und unnötiges Waten verhindern!

 

 

Wenn alle diese Dinge eingehalten werden, steht einem erfolgreichen Fischerausflug in den Alpen nichts im Wege und der Erfolg ist so auch fast garantiert!